Service
Siegel

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir haben für Ihre Patienten ein Schulungszentrum zur Selbstkontrolle der Marcumartherapie eingerichtet. Aus folgendem Grund und mit folgenden Vorteilen:

Hintergrund: Mittlerweile gibt es in Deutschland ca. 1 Mill. Menschen, die mit einem Gerinnungshemmer dauerhaft behandelt werden. Viele der Patienten sind in der Lage mit einem "Gerinnungsmonitor" den INR-Wert selbst zu bestimmen. Über 100.000 Menschen machen von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch. Alle Studien über die Selbstkontrolle der Antikoagulation (zuletzt die ESCAT I-Studie) haben gezeigt, dass die Komplikationsraten (Blutungen oder Thromboembolien) der selbst kontrollierten Patienten deutlich niedriger sind im Vergleich zur herkömmlichen Überwachung. Die Krankenkassen übernehmen daher zunehmend die Kosten für Geräte und überwiegend für die Schulungsgebühren. Mit den neuen Stechhilfen und der neuen Gerätegeneration (CoaguChek XS) wird die Kontrolle immer einfacher und sicherer, so dass sogar einige 85jährige ihre Werte selbst überwachen.

Verordnung/Kosten: KEINE ANGST VOR REGRESS WEGEN ÜBERSCHREITUNG DES ARZNEIMITTELBUDGETS! Die Geräte und Stechhilfen unterliegen der Hilfsmittelverordnung und werden von den Kassen bezahlt, wenn eine dauerhafte Marcumartherapie (> 2 Jahre) und eine medizinische Begründung vorliegt (Ausnahme: bei einigen Privatkassen sind die Leistungen explizit ausgenommen). Da nach dem Hilfsmittelverzeichnis der durchschnittliche Verbrauch pro Patient 100 Teststreifen pro Jahr beträgt, kann von einer wirtschaftlichen Verordnung bis zu dieser Menge ausgegangen werden. Daraus ergibt sich die Begründung für die Erhöhung des Arzneimittelbudgets um den Betrag der verordneten Teststreifen - um eventuellen Regressforderungen entgegenzuwirken. Pro Quartal liegt das Verordnungsvolumen bei wöchentlicher Bestimmung bei etwa € 42.

  • Teststreifen sind leistungsrechtlich sogenannte Geltungs-Arzneimittel im Sinne des § 2 AMG.
  • Das Messgerät, die Qualitätskontrollen und die Lanzetten sind Hilfsmittel.
  • Das CoaguChek XS ist im Hilfsmittelverzeichnis mit der Positionsnummer 21.34.01.1001 aufgenommen worden.
  • Leistungsrechtlich besteht ein Anspruch auf Blutteststreifen nach § 31 Absatz 1 SGB V, so dass diese nicht Bestandteil dieser Produktgruppe sind. Nach § 31 Absatz 3 SGB V entfällt für Blutteststreifen jedoch die Zuzahlungspflicht für Versicherte. Es kann von einem durchschnittlichen Verbrauch von ca. 100 Streifen pro Jahr ausgegangen werden."
  • (Zitat aus: Hilfsmittelverzeichnis Produktgruppe 21, Bundesanzeiger Ausgabe 147 vom 9.8.2002)
  • Begründungen für die Verordnung eines CoaguChek-Geräts: Schlechte Venenverhältnisse, Schichtarbeit, zeitweises Leben im Ausland, Immobilität u. a.

Voraussetzung: Der Ziel-INR-Bereich muss bekannt sein. Ihr Patient sollte voraussichtlich für >2 Jahre Marcumar einnehmen müssen und nicht dement sein. Allerdings sind auch Schulungen der Angehörigen oder Pflegebetreuer möglich. Der schulende Arzt trägt die Verantwortung für die Eignung des Patienten zur Selbstkontrolle, so dass Sie auch Patienten anmelden können, deren Eignung nicht sicher ist. Der Schulungsarzt darf nur nach erfolgreicher Schulung das Zertifikat aushändigen.

Organisation: Geben Sie Ihren Patienten unsere Telefonnummer, den Rest organisieren wir. Der Patient bleibt Ihr Patient und sollte mindestens 1 Mal im Quartal von Ihnen weiterhin kontrolliert werden. Aufgrund der unterschiedlichen Methoden sollte anstelle des Quick- der INR-Wert zur Beurteilung herangezogen werden. Auch nach der Schulung stehen wir Ihnen und dem Patienten weiterhin beratend zur Seite. Nachschulungen z.B. von Angehörigen sind möglich.

Ablauf der Schulung: Die Schulung findet an mindestens zwei Tagen nach mündlicher Terminvereinbarung (über mindestens 6 Stunden) nach einem vorgegebenen zertifizierten Standard mit großen anschaulichen Schautafeln in einem geeigneten Raum statt. Die Vermittlung der theoretischen Grundlagen erfolgt immer durch einen Arzt mit entsprechender Erfahrung und zertifizierter Ausbildung, die praktische Ausbildung durch eine ebenfalls zertifizierte Mitarbeiterin (Frau Ohde - selbst Marcumarpatientin).

Kosten für den Patienten: Kosten für Gerät und Stechhilfen zahlt die Kasse (Ausnahme einige Privatkassen). Die Schulungsgebühr (170,00€) muss von dem Patient vorgestreckt werden, wird von den Kassen aber mindestens anteilig erstattet, eine Erstattungspflicht besteht allerdings nicht. Die Teststreifen sind leistungsrechtlich sogenannte Geltungs-Arzneimittel. Sie werden vom Arzt verschrieben. Nach §31 SGB V entfällt die Zuzahlungspflicht für Versicherte.